Ausprobiert: Jawbone Mini Jambox im DoppelpackFlashmob-DJ

Minijambox-Lead

Aus eins mach zwei: Seit kurzem lässt sich der Bluetooth-Lautsprecher Mini Jambox auch als Pärchen betreiben. Für doppelten Wumms oder aber im Stereo-Modus. Wie das klingt, hat man ja seit dem Siegeszug der kleinen Funk-Lautsprecher schon fast vergessen.

Eigentlich müsste das ja verboten werden. Denn wenn in jeder Hosentasche ein Lautsprecher steckt und die auf den sommerlichen Wiesen erst ausgepackt und dann angemacht werden, kann das schnell zu kakophonischen Sound-Umweltverschmutzung werden. Aber gehen wir mal vom Idealfall aus. Die Wiese, der Strand ist verwaist. Keiner fühlt sich gestört, sogar die Vögel wippen und zwitschern verzückt mit. Nur „leider“ kam dann doch nicht nur Atze, sondern auch Patze, Hatze und Schnatze mit, ergo reicht ein Lautsprecher nicht für alle Ohren. Denn Hatze muss sein Handtuch natürlich nach der Sonne ausrichten, Schnatze ist das aber „echt zu knalleheiß“ und Atze geht eh kategorisch auf Abstand.

Der Vorteil der Mini Jambox: Sie passt wirklich in die Hosentasche. Ihr Nachteil: Es gibt deutlich lautere Speaker.

Mit dem neuen Feature Multi Play schafft Jawbone Abhilfe. Um Multi Play zu nutzen, muss den Lautsprechern zunächst eine neue Firmware verpasst werden. Ist die einmal aufgespielt (Speaker an den Rechner anschließen, Webseite öffnen, Update starten - das ist ein bisschen fusselig), verbindet man sein Telefon zunächst mit einem der beiden Lautsprecher und holt den zweiten dann „dazu“. Das geht für Bluetooth-Verhältnisse erstaunlich locker von der Hand und ist im Ergebnis genau das, was man sich erhofft hat: Atze (der Spalter) kann gut mithören in seiner Wiesen-Isolation. Noch besser aber ist eigentlich die Stereo-Alternative.

Mini Jambox 02

Räumlichkeit vs dB

Denn drückt man nochmals ein paar Tasten auf den beiden Lautsprechern, nehmen sich beide um ein paar dB zurück und spucken das aus, was Musik immer noch am besten klingen lässt: Stereo. Ist ja auch so aufgenommen. Der große Nachteil der meisten Bluetooth-Lautsprecher ist, dass Stereo einfach nicht mehr existiert. Abgefangen wird das mit allerhand technischem Schnickschnack, der einem dann einen „räumlichen“ Klang vorgaukelt: links/rechts gibt es trotzdem nicht mehr.

Nun widerspricht es natürlich ein bisschen dem generellen Prinzip von portablen Lautsprechern, immer gleich zwei dabei haben zu müssen. Auch für Zuhause lässt sich das mit bestehender Technik ja ganz einfach lösen (wer nur ein Küchenradio hat, bitte melden), die Möglichkeit ist dann aber doch fein. Nicht so fein ist hingegen die Tatsache, dass die Bluetooth-Technik damit an ihre Grenzen stößt und es auf der Filter-Wiese immer wieder ein paar bröselige Artefakte zu hören gab. Auf eben jener Wiese geht es ja aber auch nicht um HiFi, sondern um Volumen. Also wieder in den Turbo-Modus zurück.

Dank der neuen Firmware kann das Lautsprecher-Pärchen aber noch mehr: Zwei Telefone können abwechselnd und im Battle miteinander die Speaker bespielen. Das führt nur zu Hektik und schlechtem Beatmatching.

Dass Jawbone diese Möglichkeiten nun anbietet, ist eine gute Sache. Ob man aber im Freundeskreis tatsächlich mehrere gleiche Speaker hat, die man dann nach Belieben zusammenschalten kann in größerer Runde, bleibt aber unwahrscheinlich. Es gibt einfach zu viele Bluetooth-Lautsprecher von zu vielen Herstellern. Aber das ist eine andere Geschichte.

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