Leseliste 29. Mai 2016 – andere Medien, andere ThemenGangs in Honduras, Pep Guardiola, freiwillig gegen den IS und Chelsea Manning

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Foto: Lesesonntag via Shutterstock

Man kann nicht alle interessanten Texte finden, die die ganze Woche über publiziert werden, geschweige denn lesen. Immer sonntags stellt die Redaktion an dieser Stelle vier bemerkenswerte Artikel vor, die über unsere Displays geflimmert sind und dabei zum Glück abgespeichert wurden.

Im Alltag der Gang-Gewalt von Honduras

Von San Pedro Sula werden vermutlich die Wenigsten schon mal gehört haben, obwohl das industrielle Zentrum von Honduras rund zwei Millionen Einwohner hat. In seinem riesigen Stadtviertel Rivera Hernandez herrscht ein immerwährender Krieg unter rivalisierenden Gangs. Unterdrückung, Gewalt und Mord stehen hier seit der Gründung auf der Tagesordnung, als Zuckerrohrfelder und Weiden besetzt wurden und ein blutiger Kampf um winzige Parzellen begann. Eine Reportage mit vielen Namen, Aufstieg und Fall, vielen Toten und einem friedlichen kleinen Ort mittendrin.

Fast keiner der Gründer von Rivera Hernández hat überlebt.

Graffitti toter Gangster

Reine Taktik

Kein Trainerin der Geschichte der Bundesliga hat für so viel Rummel, Euphorie und zugleich Skepsis gesorgt wie der Katalane Pep Guardiola. Drei Jahre lang trainierte der adrette Taktik-Fanatiker den FC Bayern. Und auch wenn man eindeutig von einer „Ära Guardiola“ sprechen muss, sehen viele ein Scheitern des Maestros, da er nicht wie erwartet die Champions League gewinnen konnte hat und dreimal im Halbfinale gescheitert ist. Guardiola tat sich schwer mit den Medien, Einzelinterviews gab er keine und auf Boulevard, Gossip und Personalien hatte er am wenigsten Lust. Spiegel Online widmet ihm zum Abschied eine große Story: Was passiert, wenn man dem Trainer auf Pressekonferenzen mit rein fußballerischen und taktischen Fragen begegnet?

Was könnte man lernen über einen Trainer, wenn man ihn ernst nahm?

Das Pep-Guardiola-Experiment

Freiwillig gegen den IS kämpfen

Wut, Entsetzen, Hass: Diese Gefühle sind wohl bestens bekannt, wenn es um den so genannten Islamischen Staat geht. Aber Kampfbereitschaft? Ein junger deutscher Mann, den die NEON für ein Protokoll gewinnen konnte, ist nach Syrien gegangen, um eine Waffe in die Hand zu nehmen und damit auf den Feind, den IS, zu schießen. Es klingt seltsam sozialromantisch, doch sich tatsächlich dem Widerstand anzuschließen, ist recht einfach. Organisatorisch betrachtet zumindest. Dass danach, zurück in Deutschland, nichts mehr ist, wie es war, überrascht zwar weniger. Es lässt aber innehalten, wenn man es liest.

Man fährt abends eben nicht zurück ins sichere Basislager und spielt Xbox. Unsere Belohnung für einen Siebzehnstundenkampf war, dass wir 500 Meter hinter der Front Pepsi trinken durften. Der Krieg war allgegenwärtig.

Philip zieht in den Krieg

Wie geht es Chelsea Manning?

Edward Snowden folgt die Welt auf Twitter. Um Chelsea Manning, als Bradley Manning geboren, ist es still geworden, verdammt still. Seit Manning vor knapp drei Jahren eine 35-Jahre-Haftstrafe wegen Whistleblowing (die bekannt machten, dass US-Streitkräfte im Irak hundertfach folterten, dass Zivilisten von Kampfhubschraubern beschossen und getötet wurden) antrat, ist der Kontakt zur Außenwelt und auch das Interesse der Außenwelt quasi abgebrochen. Kürzlich hatte sie Besuch von einer Freundin, der erste Besuch seit einem halben Jahr überhaupt. Eine persönliche Schilderung von Eindrücken. Manning hat übrigens auch einen Twitter-Account.

„I bring up her recent appeal to reduce her sentence from 35 years to 10 years, and she seems worried that it didn’t receive enough coverage in the press. She hopes that the world hasn’t forgotten about her.“

xychelsea

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