Leseliste: 3. August 2014 - andere Medien, andere ThemenHarun Farocki, Tech-Sexismus, Enos Frage an die USA und Whiskey-Fake

Leseliste August

Die ganze Woche über filtert unsere Redaktion Themen, Trends und Phänomene. Immer sonntags stellen wir hier in der Leseliste Artikel zusammen, die uns positiv aufgefallen sind. Twitter aus, Leselampe an!

Harun Farocki

photo credit: saschapohflepp via photopin cc

Harun Farocki 1944-2014

Harun Farocki - ein Regisseur, der die Macht der Bilder nicht einfach nur einsetzte wie andere Vertreter seiner Zunft, sondern in seinen rund 90 Werken stets ihre Wirkmacht dar- und ausstellte, analysierte, im Kleinen wie die profanen Food-Fotos in seinem Essayfilm „Wie ein Bild entsteht“ wie im Großen in „Videogramme einer Revolution“ über den Sturz des Ceausescu-Regimes. Zuletzt schrieb er am Drehbuch von „Phoenix“, dem neuen Film seines Schülers Christian Petzold mit, wie zuvor bereits für dessen Film „Barbara“. Farocki starb vergangene Woche im Alter von 70 Jahren. Ein Nachruf von Daniel Kothenschulte.

„..wie Casper David Friedrichs Mönch vor dem Bildermeer, fasziniert und voller Skepsis. Doch es war eine Skepsis, die Kreativität freisetzte anstatt sie zu lähmen, es waren Zweifel, die beflügelten.“

Das Zeigen nicht den Bildern überlassen

Tech Startup

Foto: Tech Startup Applaus via Shutterstock

Sexismus in der Tech-Welt

Viele Berufsbilder sind vom „female shift“ geprägt. In Branchen wie der Medizin liegt die Berufseinsteigerquote von Frauen teils weit über der Hälfte. Die Tech-Branche hingegen ist davon weit entfernt. Nicht nur in Indien, wo Frauen bereits im Vorstellungsgespräch („Are you married?“) diskriminiert werden, sondern auch in den USA, wo selbst Firmen mit Gender-Mainstreaming-Policy wie Google nur auf 30 Prozent Frauenquote kommen. Das Tech-Team von Facebook ist zu 85 Prozent männlich. Noch schlimmer sehen die Zahlen in Japan aus, wie dieser Mashable-Bericht, der ursprünglich bei Tech Asia erschienen ist, darlegt.

„Sometimes there are angry e-mails that threaten us to leave the industry, because ‘it doesn't need anymore c**ts ruining it’“

Sexism in Tech runs deep and global

Craft Whiskey

Foto: Whiskey auf Holz via Shutterstock

Fassgelagerte Lüge

Früher musste es vor allem „Premium“ sein, am besten „Super-Premium“. Heute sind Begriffe wie „handmade“, „crafted“, „small batch“ und so weiter der letzte Schrei, wenn es um Spirituosen geht. Bloß keine großen Marken, lieber das Erzeugnis einer kleinen, authentischen Destillerie. Alles so schön hausgemacht! Spätestens allerdings dann, wenn es das Haus erst seit 2009 gibt, es aber einen 15 Jahre alten Whiskey im Programm hat, fliegt der Fake auf: Viele Mikro-Destillerien kaufen ihren Sprit bei einer Makro-Destillerie in Indiana.

„Potemkin distillers are going to have all the juice they need for years to come.“

Your ‘Craft’ Rye Whiskey Is Probably From a Factory Distillery in Indiana

On a road to nowhere?

Brian Eno hat einen Brief an seinen Freund David Byrne geschrieben. Eno fragt darin, warum die USA als Einzige gegen die Resolution des Menschenrechtsrats der UN (UNHRC) gestimmt haben, die Kriegsverbrechen Israels im besetzten palästinensischen Gebiet, vor allem in Gaza, untersuchen soll. Peter Schwartz, ein weiterer Freund Enos, hat auf den Brief geantwortet. Mit einer detaillierten historischen Herleitung versucht er das Verhalten der USA im Nahostkonflikt zu erklären. Dessen Ende nicht in Sicht sei, so die Conclusio.

„It will be centuries, if ever, before they accept the existence of Israel. So both sides will always rightly feel threatened."

Gaza and the loss of civilization

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