Ravegeschichte: 25 Jahre 1992Heute: On A Ragga Tip von SL2

1992 war das große Jahr von UK-Rave, Breakbeats und Hardcore. Das-Filter-Redakteur Jan-Peter Wulf stellt euch in seiner Kolumne die Stücke vor, mit denen ein Undergroundphänomen zum Chartbreaker-Lieferant wurde. Eine kurze, aber spannende Zeit, die vor 26 Jahren begann und vor 24 Jahren schon fast wieder zu Ende war. Heute suchen wir nach unserem Rizla mit SL2s „On A Ragga Tip“

In der Leseliste am vergangenen Wochenende stellten wir das große XL-Recordings-Portrait des New Yorker vor. Ein Portrait, das – entweder aus Unkenntnis oder Desinteresse, ist ja auch egal – die frühen Releases und Jahre mit dem Begriff „Niche Dance Label“ auf drei Wörtchen komprimiert. Als hätte die Labelgeschichte erst mit „Music For The Jilted Generation“ begonnen. Sorry, aber: Ohne XL Recordings kein 1992. Das Jahr hätte nicht stattgefunden. Oder nur in Seattle oder wie der Ort heißt, in dem vermutlich jeder Zweite ein New-Yorker-Abo hat.

In dieser Ravegeschichten-Reihe taucht das Label mit den ikonischen Buchstaben ergo nun schon zum dritten Mal auf, nach The Prodigys „Everybody In The Place“ und „Sweet Harmony“ von Liquid. Eine weitere Combo, die in den Studios in der Alma Road ein- und ausging (so stelle ich mir das zumindest vor), ist SL2. DJ Slipmat und DJ Lime sowie der MC Jay J, die Tänzerin Jo Millet und die Sängerin Kelly Overett, die später für den Eurodance-Act „Capella“ so entbehrliche Nummern wie „You Got To Let The Music (Move Your Feet)“ trällern sollte.

Der große Ravehit von SL2 ist „On A Ragga Tip“, der Platz zwei der UK-Charts erreichte. Eine frühlingshafte gute-Laune-Nummer mit genau jener homöopathischen Prise Ragga(muffin), die das Gesamtwerk spritzig-würzig und mich nicht Kotzen macht.

„DJs Take Control“ von SL2, 1991

„Way In My Brain“, 1993

„You Got To Let The Music“ von Capella, 1994

Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba day, Ba day ba wadladie day,
Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba da-ay um ba da-da-da-da wadladie day!
Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba day, Ba day ba wadladie day,
Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba da- ay um ba da-da-da-da wadladie day, ONE!

Ey ba day ba wadladie day, ONE!
Ey ba day ba wadladie day, ONE!
Ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba da-ay um ba da-da-da-da wadladie day, ONE!
Ey ey ba day ba wadladie day.
Ey ey ba day ba wadladie day. ONE! ONE!
Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba day, Ba day ba wadladie day, ONE!

Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba day, Ba day ba wadladie day,
Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba da-ay um ba da-da-da-da wadladie day!
Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba day Ba day ba wadladie day,
Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba da-ay um ba da-da-da-da wadladie day, ONE!
Ay um ba day ay um ba da-da-da-da wadladie day.
Ay um ba day ay um ba da-da-da-da wadladie day, ONE!
Ey ey ba day ba wadladie day,
Ay um ba day ba day ba wadladie day,
Ey ey ba day ba wadladie day, ONE!
Ay um ba day ay um ba da-da-da-da wadladie day, ONE! ONe! One! one!

Zum Mittoasten: Die Lyrics von „On A Ragga Tip“

Mein persönlicher Favorit von SL2 ist allerdings „DJs Take Control“, mit einem Breakbigbeat, der mich immer noch umhaut, auch wenn ich nicht mehr so ein Schmalhans bin wie 1992, als die viel zu langen Ärmel meines Prodigy-Experience-Longsleeves (gab es halt nur in, haha, XL) bis weit über die Fingerkuppen baumelten. Später erschien noch „Way In My Brain“, auch solide. Dann war Schluss mit SL2. Eine kurze Ravegeschichte.

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