Review: UE MegaboomBlastet jedes Ghetto weg

UE Megaboom lead full

Wer willig ist, mehr als 9,95 Euro für einen dieser vermaledeiten Bluetooth-Lautsprecher auszugeben, bekommt 2015 auf jeden Fall eine angemessen laute Mobilbeschallung. Der UE Megaboom von Ultimate Ears kostet 300 Euro. Und ist jeden Cent wert. Let's crank it up.

Nachdem ich mir neulich erst Bluetooth direkt auf die Ohren gezogen habe und dabei etwas irritiert zurückblieb, kommt hier und heute eine Erfolgsmeldung der „Generation Kabel ab“: der UE Megaboom. UE, das steht für Ultimate Ears, gehört zu Logitech. Ja, das sind die mit den leuchtenden Gaming-Mäusen und iPad-Tastaturen. Und auch, wenn diese Zubehör-Branche bestimmt richtig dufte boomt: der Megaboom boomt richtig. Ein Killer-Teil.

Eigentlich habe ich Bluetooth-Lautsprecher schon längst von meiner To-Do-Liste gestrichen. Es gibt einfach zu viele. In allen Farben, zu jedem nur denkbaren Preis. Sie sind commodities, die nun mal existieren. Das ist schon ok so, nur eben keine Berichterstattung wert. Zeit ist kostbar. Der UE Megaboom jedoch ist die Fortschreibung einer kleineren Erfolgsgeschichte. Vor knapp zwei Jahren kam der UE Boom in den Handel. Den habe ich an anderer Stelle abgefeiert und ich finde immer noch: zu Recht. Seitdem stand der UE Boom bei mir auf dem Küchentisch. Und lief und lief und lief. Dabei kommentierten auch viele Gäste den Sound des kleinen Lautsprechers mit positivem „Uuuh“ und „Aaah“, auch und gerade die, die zumindest nach außen genau die gleichen Audio-Snobs sind wie ich und die Schallplatte und neutrale Studio-Monitore immer noch für das Nonplusultra halten, wenn es um das Musikhören geht. Der UE Boom klingt einfach gut. Und mit dem Megaboom wird dieser gute Sound größer.

UE Megaboom 02

Links: UE Boom, recht: UE Megaboom. Boom.

##Tougher Taucher
Der UE Megaboom ist auch für den Einsatz unterwegs konzipiert. Das ist bei einem Gewicht von knapp 900 Gramm eher mäßig praktisch: ein bisschen zu schwer für die Tasche, deutlich zu leicht als U-Bahn-Hantel. Nimmt man ihn aber dennoch mit on the road, dann hält er das locker aus. Runterfallen ist kein Problem, genau wie ein Regenschauer, den man unbedingt ohne Schirm aussitzen will. Wer möchte, kann den UE Megaboom auch in die Badewanne plumpsen lassen: Der Lautsprecher hält bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von 1 Meter aus. Dabei spielt das digitale Quietscheentchen und spielt und spielt. Der Akku hält bis zu 20 Stunden. Ein deutlicher Zuwachs gegenüber seinem kleineren Brüderchen: Passt ja auch mehr Batterie rein.

Und natürlich gibt es auch die entsprechende App zum Lautsprecher. Geht ja nicht mehr ohne heutzutage. Hier kann man einen EQ aufsetzen, eine Weckfunktion gibt es, der Lautsprecher lässt sich auch über die App an- und ausschalten. Wichtigstes Feature aber ist die Möglichkeit, zwei Lautsprecher zusammenzuschalten. Entweder zwei große oder einen großen und einen kleinen. Das hätte ich gerne ausprobiert, ist mir aber auf Gedeih und Verderb nicht geglückt. Doof. Das Zusammenschalten verdoppelt – theoretisch – entweder den Schalldruck oder aber aktiviert den Stereo-Modus. Denn so ein Lautsprecher ist natürlich nicht dezidiert links/rechts. Dass das nicht allen gefällt, wissen auch andere Hersteller, sprich: Das Feature ist nicht neu; ich konnte es eben nur nicht ausprobieren. Da gibt es bestimmt einen Trick, den UE aber offenbar so gut versteckt hat, dass ich irgendwann abgewunken habe. Die Tatsache, dass es für beide Lautsprecher separate Apps gibt, hilft da auch nicht gerade weiter.

UE Megaboom 03

##Funkloch
Schneidet man ein Kabel ab, dann bringt das natürlich einerseits große Bequemlichkeit (WiFi!), andererseits ist genau die aber auch schnell vergessen, wenn man sich nur weit genug von der Antenne wegbewegt. Das gilt auch und insbesondere für Bluetooth: keine besonders große Reichweite. Der UE Megaboom verspricht 30 Meter. Das ist amtlich und lässt sich in meiner Wohnung nicht wirklich überprüfen, ich hatte aber auch schon Lautsprecher, die im Bad keinen Empfang mehr hatten, wenn das Telefon auf dem Sofa lag. Das ist hier nicht so, das Versprechen scheint also eingelöst zu werden. Gut gefällt mir auch das Software-Konzept von UE. Mit regelmäßigen Updates bekommen die Lautsprecher immer wieder neue Features. Auch das ist kein Alleinstellungsmerkmal, es gibt aber auch Tischhupen, deren Firmware nie wieder angefasst wird. Und warum sich denn nicht irgendeinen crazy shit ausdenken? Ob man den braucht, kann man dann entscheiden.

Das Gleiche gilt natürlich auch für die Frage, ob man den UE Megaboom denn nun generell braucht. Puh. Mir fällt eigentlich kein Bluetooth-Lautsprecher ein, der besser klingt. Wer mit dieser Funktechnik generell seinen Frieden geschlossen hat, der sollte auf jeden Fall mal laut drehen. Der kleine Bruder – auch nicht gerade leise – kostet aktuell übrigens so um die 160 Euro und dürfte für die meisten Gelegenheiten genug Power mitbringen.

Mix der Woche: Tenderpark OnlyDrei Farben House mixt ... House!

Auf dem Weg: Tropical Islands/Brandenburg, 2010Eine Kamera, ein Bild und seine Geschichte