Der Klang des UltraschallDie Geburt der Münchener Techno-Szene

Ultraschall1

In München war schon immer alles ein bisschen anders. Das gilt auch für die Techno-Szene in der bayerischen Hauptstadt. Sven von Thülen, Co-Autor des Berliner Oral-History-Standards „Der Klang der Familie“, reiste an die Isar und sprach mit den Protagonisten von damals über die Geschichte des legendären Ultraschall, dem ersten und vielleicht noch immer wichtigsten Rave-Club des Südens. Er interviewte DJ-Größen wie DJ Hell, Monika Kruse und Tobi Neumann wie auch die Macher Upstart und David Süß und viele mehr. Eine einmalige Geschichte über eine große Ära, extatische Partys mit Lüftungspausen und Abfahrten nahe der Landebahn.

Die Anfänge

Upstart: Wir haben Ende 1991 angefangen, Partys zu veranstalten. Anfangs noch einmal im Monat. Die hießen Ultraworld.

Richard Bartz: Man kann Ultraschall und Ultraworld nicht trennen, das war ein fließender Übergang.

Upstart: Die ersten Ultraworld-Partys waren in der Kulturstation.

Captain Reality: Das war ein autonomes Jugendzentrum, etwas außerhalb der Stadt.

Upstart: Wir wurden von den Jugendleitern da sehr gemocht, weil wir an der Bar gut Geld für die reingescheffelt haben.

Captain Reality: Die haben nämlich die kompletten Bareinnahmen behalten.

Upstart: Sonst lief da Grunge, Punk und Hardcore. Diese Fans haben uns verachtet. Für die war Techno keine Musik. Das habe ich immer total genossen: Früher wurde genau das ja Punk vorgeworfen, und jetzt waren die Punks selber die Konservativen. Das ist eh nur ein Trend, der in drei Jahren wieder vorbei ist, bla bla bla. Da musste ich immer lachen. Früher oder später sind einige von denen dann auch bei uns gelandet. Für immer bekehrt.

Davd Süß: So war das auch, als Captain Reality und ich im Infoladen des Autonomen Zentrums eine Soliparty für die Demo gegen den G7-Gipfel in München veranstaltet haben. 1992. Das haben die Autonomen gar nicht verstanden: Techno. Die dachten, wir sind total bescheuert.

Captain Reality: Die Party lief unter dem Namen „Schweine im Weltall“. Dort haben wir Upstart und Dorle kennengelernt. Zu der Zeit gab es kaum etwas in München in Richtung Techno.

Upstart: Die Techno-Szene in München war ein total neuer, bunt gemischter Haufen. Das war keine Szene, die es schon vorher gab und aus der Disco kam. Bei uns waren es vor allem ehemalige New Waver, Raver, Punks, Indie-Leute, Jugendliche, alles Mögliche.

David Süß: Wir waren nicht so richtig eingebunden in den Rest der Münchner Szene. Zumindest ich nicht.

Upstart: Die Szene war 1991/92 sehr klein. Die größten Veranstaltungen waren die von Konstantin Wahl, der Moby oder Underground Resistance ins Parkcafe gebucht hat. Das waren natürlich Pflichttermine. Da waren dann vielleicht 800 Leute.

DJ Hell: Sonst gab es noch das Babalu und den Pulverturm, wo es einige legendäre Partys und Afterhours gab.

Barbara Preisinger: Das waren normale Diskotheken und von meiner Warte aus damals eher Feindgebiet.

David Süß: Dorle und Upstart waren sich nicht sicher, ob sie Ultraworld weiter machen sollten. Es war viel Arbeit und Geld blieb auch nicht dabei hängen. Seid ihr verrückt, haben wir gesagt, ihr könnt doch nicht die einzig geile regelmäßige Party in München auf Eis legen. Wir steigen ein, lass es uns zusammen machen. Wir haben uns dann mal zum Abendessen getroffen. Captain Reality hat Marillenknödel gemacht. Die waren so lecker, dass wir ab da gemeinsam weitergemacht haben.

Monika Kruse: Ich habe damals in unregelmäßigen Abständen illegale Partys veranstaltet. Da lief hauptsächlich House. Irgendwann haben mich Dorle und Upstart gefragt, ob ich nicht bei einer Ultraworld spielen will. Ab da war ich dann Resident.

Ultraworld

Partys mit Lüftungspausen: Mit den „Ultraworld"-Raves in der Kulturstation fing alles an.

Richard Bartz: Ich war noch ziemlich jung, vielleicht 15 und musste mich immer in die Partys rein schleichen oder durchs Klofenster einsteigen. Dann hab ich mich meist erst mal hinter der Bassbox versteckt. Einmal bin ich von Upstart erwischt worden. Ich dachte, jetzt gibt es Ärger. Stattdessen fand er super, dass ich da war und dass ich von der Musik so begeistert war. Er hat mich dann unter seine Fittiche genommen und war so was wie mein Mentor. Er hat mich mit Platten gefüttert und ich habe die quasi aufgefressen.

DJ Hell: Richard war der Wonderboy Münchens. Der hat sich total in die Musik gestürzt und sich darin verwirklicht.

Upstart: Wir hatten schon früh internationale Gäste. Blake Baxter, Robert Hood, Jeff Mills. Aber auch Electric Indigo oder DJ Hell. Einmal hatten wir unserer Meinung nach zu viel Geld verdient – jeder 300 Mark oder so. Das konnten wir nicht mit unserem Gewissen vereinbaren und haben daraufhin eine Umsonstparty in einer besetzten Villa in München-Bogenhausen gemacht. Mit Robert Hood. Der konnte gar nicht glauben, wo er da auflegt.

DJ Hell: Ich war damals A&R bei Logic Records in Frankfurt. Ich bin viel zwischen Berlin, Frankfurt und München gependelt. Jeff war Resident-DJ im Tresor und wir hatten uns damals im Hard Wax kennen gelernt. Wir wurden dann auch öfter international zusammen gebucht. Daher kam der Kontakt.

Monika Kruse: Es gab in der Kulturstation immer diese Lüftungspausen. Die waren legendär.

Richard Bartz: Es gab keine Klimaanlage in diesem sowieso viel zu kleinen Raum.

Monika Kruse: Irgendwann hat man da keine Luft mehr bekommen.

Upstart: Plattencover haben sich wegen der Feuchtigkeit gewellt. Feuerzeuge gingen nicht mehr.

Richard Bartz: Deswegen wurden die Fenster aufgerissen. Weil es aber drum rum Anwohner gab, wurde die Musik vorher ausgemacht. Es gab dann immer eine Ansage. Lüftungspause, Lüftungspause. Ich habe später auch einen Track mit diesem Vocal gemacht. Dann wurden alle Fenster und Türen geöffnet, die Nebelmaschine ausgemacht, um so viel Sauerstoff wie möglich in diesen Raum zu bekommen. Und ihn auszukühlen.

Upstart: Wenn es dann weiter ging, war das immer wie ein Restart. Das war total geil.

David Süß: Bei Ultraworld war es schon immer Programm, dass jedes Mal neu dekoriert wurde. So wie wir das aus Berlin kannten, aus dem Planet oder dem E-Werk. Was Elsa For Toys in den beiden Clubs gemacht hat, das wollten wir in München halt auch.

Ultraschall2

Nicht ganz so weit weg wie der heutige Flughafen, aber weit genug, um die Restwelt draußen zu lassen: das Ultraschall in Riem.

Münchener Mogule und erste Raves in Riem

Upstart: Das permanente Auf- und Abbauen hat uns aber total angekotzt. Und dass die Klos immer kaputt waren. Das Ziel war da schon einen eigenen Club zu machen.

Captain Reality: Wir haben dann ein Angebot bekommen, in den Hallen des ehemaligen Flughafens in München-Riem Partys zu veranstalten. Von Wolfgang Nöth.

Upstart: Wolfgang Nöth war damals der Hallenmogul in München. Der hat die Theaterfabrik (einer der wichtigsten Münchner Konzertbühnen der 80er) gemacht, vorher das Fraunhofer, eine linke Wirtschaft, in dem sich die Grünen Bayerns gegründet haben. Der war sehr umtriebig und hat sich den Flughafen unter den Nagel gerissen, als der nicht mehr in Betrieb war.

David Süß: Da ging es dann weiter mit Ultraworld. Bis wir die eigentliche Ultraschall-Location entdeckt haben.

Richard Bartz: Das waren dann eher Raves.

Captain Reality: Die Hallen waren schon recht groß. Da passten so zwischen 800 und 2.000 Leute rein. Da war klar, dass man die nur voll bekommt, wenn man die Musik an die Wünsche des Publikums anpasst, und das war überhaupt nicht unser Style. Das wollten wir nicht. Für viele war Techno damals ja Westbam und Marusha. Wir hatten da andere Assoziationen. Nach ein paar Partys hat der Nöth uns zum Glück angeboten, dort einen richtigen Club zu machen.

„Wir standen auch eher auf Alec Empire und Force Inc als auf Marusha oder Westbam.“ (Upstart)

Upstart: Ich kannte ihn ja schon aus den 80ern. Der fand uns toll, weil wir das Ganze mit Liebe gemacht haben. Der hat gemerkt, dass wir Idealisten sind. Dann hat er mir die ehemalige Großküche des Flughafens gezeigt und meinte, dass wir da einen Club eröffnen können, wenn wir wollen. Er bekommt die Bar und finanziert uns die Basics. Wir gestalten das Programm und bekommen den Eintritt. Wir hatten gar kein Geld. Und waren total happy. Das war der Startschuss. Der Wolfgang hat das ganze Risiko auf sich genommen und hat da 200.000 Mark rein gesteckt. Für Licht, Anlage und Lüftung. Das musste alles gemacht werden. Er war so einer, der nicht auf Genehmigungen gewartet hat. Der hat einfach gemacht. So ein bayrischer Anarchist, der lieber im Nachhinein die Strafen gezahlt hat, als auf grünes Licht zu warten. Der hat auch ausgesehen wie ein Obdachloser. Der war total unkonventionell. Ein absoluter Glücksfall für uns. Wir waren ja auch nicht gerade die Typen, die mit irgendwelchen Investoren gesprochen haben. Wir kamen eher aus dem politisch linken Lager. Das hat sich auch in unserem Musikgeschmack gezeigt, der sehr Chicago und Detroit beeinflusst war. Wir standen auch eher auf Alec Empire und Force Inc als auf Marusha oder Westbam.

Acid Maria: Ein paar Tage bevor der Laden eröffnet wurde, bin ich mit dem Upstart da gewesen und er hat mir den Dancefloor und die DJ-Booth gezeigt. Er war so unglaublich begeistert und hingerissen. Das war toll. Er war so ein Visionär, der wusste, dass das großartig werden würde.

David Süß: Als ich zum ersten Mal in diese ehemalige Küche rein bin, wusste ich sofort, dass ist unser Club. Da gab es gar keinen Zweifel.

Richard Bartz: Das war fantastisch. Ich hatte das Gefühl, jetzt brechen wir aus diesen ganzen Strukturen, diesem althergebrachten Nachtlebensystem aus. In so einer Küche einen Club reinzubauen, das war Anarchie pur.

David Süß: Für München war das etwas komplett Neues, einen Raum, der ursprünglich für etwas ganz anderes genutzt wurde und gedacht war, in einen Club umzufunktionieren. Das war in Berlin normal. In München war das eine Premiere.

DJ Hell: Das Außergewöhnliche war, dass es auch alles noch aussah wie ein Flughafen. Das war schon besonders, an so einem Ort zu feiern. Ähnlich wie am Frankfurter Flughafen das Dorian Gray.

„Endlich haben wir einen Club!“

Monika Kruse: Alles war gekachelt, außer die Decke, da hing diese Raumschiff-Filmkulisse.

David Süß: Dorle hat sich immer sehr um die Deko gekümmert. Und sie kannte jemanden vom Film, der damals am Set von Enemy Mine mitgearbeitet hat. Über den konnten wir die Kulisse dann für wenig Geld kaufen. Die haben uns das dann auch eingebaut.

Acid Maria: Die DJ-Booth sah so ein bisschen HR-Giger-mäßig aus.

David Süß: Brandschutztechnisch ging das eigentlich gar nicht. Ein echter Albtraum. Auch da hat uns der Wolfgang Nöth viel geholfen. In seiner typischen Art. Die Feuerwehr kam, sah die Deko und meinte: „Ja, aber das brennt doch.“ Und Wolfgang hat dann sein brennendes Feuerzeug dran gehalten und gesagt. „Seht ihr, da brennt nichts, das ist alles speziell behandeltes Material!“ Damit sind wir dann durchgekommen.

Richard Bartz: Das war unser Raumschiff. In München. Wir sind da rein und haben die normale Welt einfach verlassen.

Upstart: Wir waren total aufgeregt. Wir dachten, wir wären die Avantgarde. Futuristen der Moderne. Für uns fühlten sich so viele Dinge komplett überholt an. Verkrustete gesellschaftliche Strukturen, imperialistische Politik, End of Rock‘n‘Roll. Wir fühlten uns mit dieser radikal neuen Musik, diesem Familiengefühl und unserem gelegentlichen MDMA-Konsum, als wären wir vom Mainstream Lichtjahre entfernt. Viel Konventionelles hat uns nicht mehr berührt oder gelangweilt. Vielleicht waren wir teilweise auch einfach arrogant.

Richard Bartz: Ich hatte vor Techno immer das Gefühl, dass ich in einer komplett durchstrukturierten Welt lebe, zu der ich eigentlich keinen Zugang habe. Ich kann U-Bahn fahren, ich kann einkaufen gehen, aber ansonsten spiele ich in dieser Welt überhaupt keine Rolle. Ich hatte kein dickes Auto, kein Geld, nichts. Ich habe mich eingesperrt gefühlt. Mit Techno eröffnete sich eine ganz neue Welt, die ich selbst mit gestalten konnte. Da habe ich eine Rolle gespielt und hatte plötzlich auch einen Ort.

„Wenn man mal richtig bedient war, ist man halt raus auf die alte Startbahn und hat sich auf der Startbahn die Sterne angeschaut.“ (Richard Bartz)

Monika Kruse: Endlich haben wir einen Club! Das futuristische Design und die Kacheln, das hat alles super zu Techno gepasst. Das war eine einmalige Gelegenheit.

Acid Maria: Ich hab das alles richtig erkundet: Welche Hallen und Keller sind durch welche Tunnel mit welchen Räumen verbunden. Irgendwann kannte ich mich dann da aus und hatte das Gefühl, das ist mein Ort.

Richard Bartz: Wenn man Teil der Crew war, konnte aus dem Club direkt auf die alte Startbahn gehen. Das war super. Wenn man mal richtig bedient war, ist man halt raus und hat sich auf der Startbahn die Sterne angeschaut.

Acid Maria: Es gab so eine alte Lounge, die war komplett aus Teakholz, die wurde manchmal als Backstage benutzt. Der ganze Flughafen war ja für die Olympiade 1972 aufgehübscht worden. Das Design hat mich total begeistert.

DJ Hell: Der Raum, in dem der Mainfloor war, hat die DJ-Booth quasi vorgegeben. Da war die alte Essensausgabe, denke ich. In der stand man wie in einem Schaufenster. Abgetrennt von der Tanzfläche. Das Fenster war rausgenommen und man stand etwas erhöht und hat auf den Floor geschaut. Die Lichtanlage war da auch mit integriert. Insgesamt war die Booth ziemlich groß. Nur die Monitore waren unbrauchbar. Daraus wurde eine jahrelange Diskussion. Aber für neue gab es kein Budget.

Ultraschall4

Erstmal kam keiner

David Süß: Bei unseren Partys in den Hallen in Riem kamen im Durchlauf schon mal so 1.000 Leute. Von daher haben wir uns nie darüber Gedanken gemacht, dass das mit dem Club nicht funktionieren könnte. Wir waren auch ein bisschen blauäugig. Scheitern war als Gedanke gar keine Option.

Monika Kruse: Damals hat man sich auch keine Gedanken gemacht, ob irgendwas nicht klappen könnte. Wir waren ja auch noch alle sehr jung. Es gab diesen Pioniergeist. Einfach machen war das Credo.

Acid Maria: Beim Eröffnungsabend habe ich an der Bar gearbeitet. Jeff Mills hat gespielt und trotzdem war kaum jemand da. Es war wirklich mies besucht.

Upstart: Wir haben im Sommer 1994 aufgemacht. Die ersten Monate vom Ultraschall waren knallhart. Wir hatten Jeff ja schon mal gebucht gehabt. Da kamen knapp 1.000 Leute. Bei der Ultraschall-Eröffnung hat er dann wieder gespielt, und es waren nur 120 Zahlende da.

Captain Reality: Der Flughafen war schon ein bisschen im Nirgendwo. Man musste ein ganzes Stück über die Autobahn mit dem Auto fahren. Oder umständlich mit Bus und S-Bahn.

Upstart: Jeff hat dann auf seine Gage verzichtet. Der hat uns das Geld wieder zurückgegeben. Der wollte das partout nicht haben. Das werde ich nie vergessen. Wir haben uns deswegen fast gestritten. Oder auch bei Monika Kruse, die damals in München schon sehr bekannt war, da waren 80 Leute. Wir waren fassungslos.

Barbara Preisinger: Die Eröffnung hab ich gar nicht so richtig mitbekommen. Ein paar Wochen später meinte ein Freund, am ehemaligen Flughafen ist jetzt ein Club, da müssen wir mal hin.

David Süß: Wir haben in den ersten sechs Monaten null Geld gemacht. Nur reingesteckt und nebenbei hat jeder andere Jobs gemacht. Sonst wäre das nicht gegangen.

Upstart: Ein Jahr lang waren wir wirklich am kämpfen. Dann hat es klick gemacht und der Laden ist bombig gelaufen. Für alle Beteiligten. Für den Nöth, der ja ins Risiko gegangen war, und auch für uns. Das Ganze ist dann völlig explodiert.

Barbara Preisinger: Für mich war der Club ein totales Aha-Erlebnis. Dass man bis zehn Uhr morgens da drin bleiben konnte. Da habe ich mich zum ersten Mal wirklich in einem Club verloren, die Zeit komplett vergessen.

Richard Bartz: Du bist da rein und dann hat sich die Zeit aufgelöst. Alle deine Freunde waren da, die Musik lief.

Barbara Preisinger: Fast alle Spielarten von elektronischer Musik wurden da gefördert. Ich habe da innerhalb sehr kurzer Zeit unglaublich viel über die Musik an sich erfahren. Das war ein toller Lernprozess.

Monika Kruse: Der Sound, der im Ultraschall gespielt wurde, war sehr Detroit- und Acid-lastig. Trance fand zum Beispiel nicht wirklich statt. Vielleicht hier und da mal eine Platte, aber total unter ferner liefen.

Richard Bartz: Der Ultraschall-Sound hing ganz eng mit dem Upstarts Plattenladen Optimal zusammen, in dem ja auch die anderen Residents Captain Reality oder Lester Jones gearbeitet haben. Ein großer Teil der Szene, die ins Ultraschall ging, hat regelmäßig im Optimal Platten gekauft. Das war so ein Treff- und Knotenpunkt. Da hat man alle Infos bekommen, die man brauchte. Durch den Punk- und Indie-Background war die Ultraschall-Version von Techno eben dreckig und laut.

Captain Reality: Relief, Djax-Up, Underground Resistance oder Serotonine aus New York, das waren alles Labels, die sehr viel gespielt wurden.

Richard Bartz: Mich haben die Erlebnisse im Club extrem beim Musik machen inspiriert. Allein diese Möglichkeit zu haben, sich auszuprobieren. Es war auch egal, wenn man mal den Floor leer gespielt hat. Das musste nicht durchrocken. Du musstest kein Crowdpleaser sein. Das war egal. Es war ein freier Raum. Du konntest machen, was du wolltest. Im Ultraschall gab es am Anfang nicht mal einen festen Timetable.

„Ich habe damals gerne allen immer ganz ungefragt meine Meinung gesagt. Und irgendwann wollte ich dann halt selber auflegen, weil ich oft gedacht habe, nee, die Platte hätte ich jetzt aber nicht gespielt.“ (Acid Maria)

Ultraschall3

Damals Credo, heute selten: Kein Rave ohne Chillout-Area.

No beats necessary

Telstar: Der Ambient-Floor und der Mainfloor waren gleichberechtigt. Der Ambient-Floor war die totale kreative Spielwiese, die teilweise vielleicht ideologisch auch ein bisschen überfrachtet war. Da durfte quasi keine Party stattfinden. Im musikalischen Sinne. Da hatte man die experimentellsten Sachen gespielt, die man besaß.

Richard Bartz: Ambient und Chillout war für uns ein wichtiger Teil der Musik, Auf der einen Seite dieser schnelle und harte ekstatische Sound und auf der anderen Seite diese chilligen und sphärischen Sachen. Das gehörte zusammen.

Upstart: No beats necessary movement war so ein Spruch damals.

Captain Reality: Noch trippiger, noch eigenwilliger. Das war schon outstanding. So einen Floor hatte nicht jeder Club. Und wir haben den gepflegt. das war uns sehr wichtig.

Upstart: Der wurde auch immer vom Mainfloor querfinanziert.

Monika Kruse: Das Schöne war, dass es nicht nur ums Tanzen ging, sondern auch darum sich zu treffen und sich auszutauschen. Leute kennen lernen. Das war vielschichtiger als einfach nur Abfahrt und Absturz.

Upstart: Manche unserer Gäste sind nur wegen des Chillout-Floors gekommen. Nicht für die Technoparty auf dem Mainfloor. Man konnte da abhängen, Musik hören, philosophieren, schmusen, vögeln, einschlafen.

Barbara Preisinger: Wir haben uns manchmal in den Ambient-Floor gelegt und ein paar Stunden geschlafen. Dann ging es weiter.

Monika Kruse: Ich fand das super, dass man sich auch mal hinlegen konnte. Heutzutage wirst du ja rausgeschmissen, wenn du im Club einschläfst.

Acid Maria: Man konnte da bequem rumliegen und einfach der Musik zu hören. Das war so ein Luxus, den sich das Ultraschall gegönnt hat.

Monika Kruse: Eines meiner schönsten Erlebnisse im Ultraschall war eine der "What Is Ambient?"-Partys.

Barbara Preisinger: Die gingen von Freitag bis Sonntag. Nonstop.

Monika Kruse: Da haben sie auf dem Mainfloor ein großes Bett aufgebaut. Die Leute kamen dann mit ihren Bongs an und Pilzen. Das war ein echtes Happening. Und dazu haben Air Liquide, Mixmaster Morris und solche Leute gespielt.

Barbara Preisinger: Tagsüber war es dann natürlich eher leer und man hing so ab. Da habe ich zum ersten Mal Panasonic live gesehen. Die haben mit selbstgebauten Instrumenten gespielt und haben mich total weggeblasen. Währenddessen hat Jimi Tenor im Chillout-Floor Saxophon gespielt.

Acid Maria: Das Ultraschall hat von Anfang an ein extrem stringentes, Programm gefahren. Das war das totale Alleinstellungsmerkmal in München. Ich fand immer, dass das quasi einen forschenden Charakter hatte. Das war ein echtes Musiklabor. Klangforschung mit Entertainment.

Monika Kruse: Einmal stand Robert Görl von DAF mit einem Synthie und einer kleinen Anlage am Eingang und hat die ganze Nacht an Sequenzen rumgeschraubt und Patterns programmiert, während die Leute an ihm vorbeiliefen.

Richard Bartz: Das waren die Kleinigkeiten, die den Laden so besonders gemacht haben.

Monika Kruse: Das Ultraschall war auch der erste Club, wo es dann manchmal Toiletten-Partys gab, also ein DJ in der Toilette stand und aufgelegt hat.

Barbara Preisinger: Es war ein totaler Bruch im Münchner Nachtleben. Ich hatte eine Freundin, die mochte Techno, ist aber auch gerne mal ins P1 gegangen. Für die war das Ultraschall zu weird und zu durchgeknallt. Den Sound, der meistens lief, hat man auch sonst nirgendwo in der Stadt gehört.

Telstar: Der Club war wie ein gutes Programmkino. Das war schon sehr fokussiert, was das Booking anging. Und die Leute haben sich irgendwann darauf eingeschossen.

Upstart: Wir hatten tolle Residents, aber wir wollten nicht, dass der Club ein Resident-Laden wird. Wir waren total neugierig auf die Welt. Es war uns damals sehr wichtig, neue Ideen, Verrücktes, Unbekanntes via Musik in die Stadt zu tragen, die irgendwie sehr verkrustet war, meiner Meinung nach. Ideen, Visionen, die ganz woanders herkamen. Dieser Austausch war so wichtig und inspirierend. Wir waren ja an diesen ganzen kreativen Leuten auch wirklich persönlich interessiert. Der soziale Aspekt war uns total wichtig.

Telstar: Am liebsten haben wir ganze Crews eingeladen. Rephlex, die Bunker-Posse oder die Cheap-Jungs aus Wien zum Beispiel.

Upstart: Plötzlich hatte man Freunde und Gleichgesinnte in Wien, in Berlin, in Detroit, in Sheffield, in New York. Das war so etwas Weltumspannendes. Das hatte ich vorher so noch nie erlebt. Und gleichzeitig war es total unkompliziert. Dazu die Musik, die total revolutionär war. Für mich war diese Atmosphäre fast intensiver als die Aufbruchsstimmung in der Punk- und New Wave Zeit um 1980.

DJ Hell: Ich hatte 1993 ja ein Jahr in New York gelebt, weil ich eine Residency im Limelight hatte. Zeitgleich mit Jeff Mills. In Manhattan habe ich auch Abe Duque und Patrick Pulsinger kennen gelernt. Die wurden dann auch bald von mir ins Ultraschall gebucht. So entstand ein großes Netzwerk und ein spezifischer Sound um das Ultraschall und Disko B, wo alle oben genannten auch ihre ersten Soloalben veröffentlicht haben.

Upstart: Ich hatte in den 80ern ein Indie-Label gemacht, das hieß Sub-Up Records. Disko B war dann quasi die Dance-Abteilung davon.

DJ Hell: Die erste Platte war der Reissue von Silicon Souls „Who Needs Sleep Tonight“, eine obskure Wave- und Disco-Platte aus New York von 1981. Das haben Upstart und ich gemeinsam geplant und realisiert.

Upstart: Als wir das Ultraschall eröffnet haben, gab es das Label schon ein paar Jahre. Club und Label sollten auch getrennte Projekte sein. Aber natürlich war der Club schon praktisch für Disko B. Man hat sich in der Nacht kennen gelernt, und dann hat man eben manchmal auch eine Platte zusammen gemacht. Das war bei Blake Baxter, bei Patrick Pulsinger, I-f und Unit Moebius oder auch bei Abe Duque so.

DJ Hell: Das war ja praktisch das Label zum Club. Ich war sehr stark als A&R involviert, weil ich viele DJs persönlich kannte. Und natürlich auch als Künstler. Meistens zusammen mit Richard Bartz.

Upstart: Als Richard und Hell dann später mit Kurbel und International DJ Gigolo an den Start gingen, haben wir denen unser ganzes Wissen und unsere Erfahrungen weitergegeben, anfangs die ganze Abwicklung übernommen. Die Infrastruktur war ja bereits geschaffen worden.

Richard Bartz: Der Club war die Testplattform für alle Kurbel- und Disko-B-Platten. Wir haben ja auch viel zusammen gemacht. Ich als Acid Scout oder gemeinsam mit dem Hell. Wir standen oft auf dem Mainfloor, haben neue Tracks gehört und dann entschieden, was veröffentlicht wird.

Upstart: So ab 1995 haben sich in München dann kommerzielle Veranstalter auf Techno gestürzt, die mit der Musik vorher nicht viel zu tun hatten und haben in den großen Hallen des Flughafens riesige Raves veranstaltet.

Acid Maria: Da waren teilweise 10.000 Leute, das kann man sich gar nicht mehr vorstellen.

Monika Kruse: Die hießen Rave-City oder Unity-Rave. Die Hallen waren durch einen Gang mit dem Ultraschall verbunden. Und manchmal haben die sich auch zusammengeschlossen — und dann lief im Ultraschall halt Ultraschall-Sound und nebenan Rave.

Upstart: Das war teilweise schon absurd. Das Rave-Publikum konnte mit der Musik, die bei uns lief, auch nicht so viel anfangen. Wir waren immer die Outlaws, haben das auch sichtlich gepflegt.

Ultraschall2_1

Erster Flyer und erstes Monatsprogramm des Ultraschall 2 in einer alten Pfanni-Fabrik

Abriss in Riem und die Ära Kunstpark Ost

David Süß: Als der Club gerade anfing richtig gut zu laufen, kam die Nachricht, dass sie den Flughafen abreißen wollen und wir raus müssten.

DJ Hell: Das war zwar vorher schon klar gewesen, aber dann ging es doch recht schnell.

Upstart: Das Gute war, dass der Wolfgang Nöth schon eine neue Location am Wickel hatte.

Barbara Preisinger: In den letzten Wochen hat sich eine richtige Hysterie um das Ultraschall entwickelt. Weil klar war, bald ist es vorbei.

Upstart: Zu dem Zeitpunkt, im Sommer 1996, sind selbst die Berliner und Frankfurter gerne ins Ultraschall gekommen. Weil bei uns noch so eine exzessive Party- und Aufbruchstimmung herrschte.

Tobi Neumann: Ich kenne den Upstart schon seit Sub-Up-Records-Zeiten. Ich hatte für sein Label damals unter anderem das Projekt Milch produziert. Er war einer von denen, die mir Anfang der Neunziger mit großer Begeisterung von Techno und von Rave erzählten. Mir war das damals aber eher suspekt. Ich war ein paar Mal im ersten Ultraschall, aber ich dachte, die trinken hier Gatorade und sind alle superlieb miteinander, irgendwas kann da nicht in Ordnung sein. Bei der Closing-Party des Ultraschall 1 im München-Riem am 31.05.96 hat es dann aber doch gefunkt.

Barbara Preisinger: Die Abschlussparty war legendär. Auch weil am Ende alles zerstört wurde.

Tobi Neumann: Ich hatte in der Nacht das erste Mal richtig gefeiert. In der Früh gegen sieben Uhr bin ich nach Hause ins Bett. Vier Stunden später war ich wieder wach. Immer noch recht verblasen. Das kann es doch jetzt nicht gewesen sein, dachte ich mir, also bin ich noch mal rausgefahren. Da war die Party immer noch voll im Gange. Am späten Nachmittag legte DJ Hell noch mal auf. Er hatte irgendwann keine Stimme mehr und krächzte mich an, dass er wirklich jede Platte, jede B-Seite gespielt hätte, die er dabei hat. Die große Leidenschaft, mit der sich er und die ganzen anderen Gäste vom Ultraschall verabschiedeten, hat mich schwer beeindruckt. Zum Schluss fingen die Leute an, Deko-Teile von der Wand zu reißen als Erinnerung und es wurde viel geweint.

Barbara Preisinger: Das fing ganz harmlos damit an, dass sich ein paar Gäste kleine Teile der Raumschiff-Deko als Andenken mitnehmen wollten. Und dann ist das völlig eskaliert. Da wurde alles von den Wänden und von der Decke gerissen und zertreten. Alle natürlich total drüber. Ich glaube, für manche der Macher war das schon hart, das mit anzusehen. Wie ihr Club da so vor ihren Augen demontiert wurde.

David Süß: Mir hat das das Herz zerrissen. Ich dachte, lass uns den Raum würdig verlassen. Alles auseinanderzunehmen war für mich wie Leichenfledderei. Ich wollte da nicht mitmachen. Ich bin dann vor allen anderen nach Hause, ziemlich deprimiert.

Upstart: Es wurde alles herausgerissen, zerstört und unter Wasser gesetzt. Es gab weinende Fans auf Ecstasy. Andere trugen Teile der Deko nach Hause. Es wurde total manisch.

„Upstart hat alle Wasserhähne aufgerissen und den Laden geflutet.“ (DJ Hell)

Upstart: Hell stand mit seinem Plattenkoffer aus Metall in der DJ-Booth und hat damit die Deko von der Wand geholt.

DJ Hell: Die Ansage war, wir lassen nichts zurück, wir machen alles kaputt.

Barbara Preisinger: Das passte irgendwie auch zum dem Selbstverständnis von Upstart und Co., immer bis an die Grenze zu gehen.

Monika Kruse: Ich hab da nicht mitgemacht. Das hab ich nicht übers Herz gebracht. Ich fand das schon schlimm genug, das zu sehen. Aber ich habe einzelne Teile als Andenken mitgenommen. Die haben gestunken, das glaubst du gar nicht. Nach einer Woche bin ich durch meine Wohnung und dachte, was stinkt denn hier so.

Upstart: Das war schon krass und war auch nicht als Abrissparty geplant gewesen. Aber man konnte den Club nicht einfach so stehen lassen und den Schlüssel umdrehen. Wir mussten das beenden.

Monika Kruse: Am Ende hat Captain Reality ein Ambient-Stück gespielt, so ein besonders Traurig-Schönes. Da musste ich erst mal heulen.

Acid Maria: Ich glaube die allerletzte Platte hat Upstart aufgelegt: „All Tomorrow’s Partys“ von The Velvet Underground.

„Ich habe dem Laden auch nie hinterher getrauert. Der war so geschändet und so kaputt, dass es einfach vorbei war.“ (David Süß)

David Süß: Am nächsten Tag bin ich wieder hin, weil wir ja die Anlage nur gemietet hatten. Ich war gut übernächtigt und bin mit so einem leicht depressiven Gefühl da rein. Das Chaos zu sehen, was die anderen hinterlassen hatten, war dann ganz heilsam. Damit war der Raum für mich durch. Wir sind später noch einmal hin und haben die Sachen, die wir gebraucht haben, ausgebaut. Aber es war der totale Cut. Das erste Ultraschall war im wahrsten Sinne des Wortes zerstört. Am Ende war das gut, weil dann Kraft da war, was Neues zu schaffen. Ich habe dem Laden auch nie hinterher getrauert. Der war so geschändet und so kaputt, dass es einfach vorbei war.

Ultraschall 2

Upstart: Wir haben lange überlegt, wie wir den neuen Club nennen und haben uns dann für Ultraschall 2 entschieden.

David Süß: Das war wieder eine Zwischennutzung. In der ehemaligen Fabrik von Pfanni.

Barbara Preisinger: Die neue Location war in dem Teil der Fabrik, wo früher der Gries und die Kartoffeln gelagert wurden. Das hat teilweise ziemlich gestunken. Nach verdorbenen Kartoffeln. Hat eine ganze Weile gedauert, bis man den Geruch da raus bekommen hat.

David Süß: Beim Umbau haben wir zum ersten Mal richtig Geld investiert.

Upstart: Die Bareinnahmen gingen dieses Mal auch nicht mehr an Wolfgang, sondern blieben bei uns.

David Süß: Das war plötzlich eine ganz neue Dimension. Da ist mir schon irgendwann schwindelig geworden. Ich war damals Geschäftsführer und wenn ich abends ins Bett gegangen bin, habe ich teilweise noch mal durchgerechnet, wie viel Geld ich an dem Tag allein für Schrauben und Baumaterialien wieder ausgegeben hatte. Was ist, wenn das scheitert? Und wer zahlt das dann alles zurück? Bleibt das an mir hängen, weil ich der Geschäftsführer bin? Da haben wir erst begriffen, dass wir ein Unternehmen waren.

DJ Hell: Der Umbau ging recht fix. Es hat gerade Mal ein halbes Jahr gedauert, dann war die Eröffnung.

David Süß: Wir haben befreundete Designer und Künstler beim Umbau mit einbezogen. Die Chicks on Speed haben zum Beispiel den Eingangsbereich gestaltet.

Captain Reality: Als wir wieder aufgemacht haben, hatten wir gleich riesige Schlangen. Das ging gleich von Null auf Hundert. Für die Leute in Süddeutschland war das dann der Club überhaupt.

Tobi Neumann: Ich war vom Moment der Neueröffnung des Ultraschall 2 im Sommer 96 an fast jedes Wochenende dort. Mich hatte die Musik jetzt vollkommen gepackt. Ich war zwar schon um die 30, saß aber wie ein kleiner Junge jedes Wochenende auf den Boxen vom Mainfloor und hab alles in mich aufgesogen.

Acid Maria: Es gab für mich keinen Ort in München, wo man besser vollkommen in der Musik versunken tanzen konnte. Und dank des Holzfußbodens auf dem Dancefloor war der Sound auch noch mal besser.

Richard Bartz: Der Chillout-Floor war dieses Mal fast genauso groß wie der Techno-Floor und komplett mit grünem Flokati ausgekleidet. Der hieß dann auch nur der Grüne Raum.

Tobi Neumann: Der Grüne Raum war legendär für seine Ambient-Sets. Wenn Patrick Pulsinger und Erdem Tunakan da waren, haben die so eine zehnstündige Mischung aus DJ- und Live-Set abgeliefert. Das war phänomenal.

Barbara Preisinger: Musikalisch hatte sich nichts geändert. Es wurde weiter wild herumexperimentiert. Mir war diese andere, nicht zwingend tanzbare Seite von elektronischer Musik auch immer sehr wichtig. ich habe dann im Flokati-Raum auch zum ersten Mal aufgelegt. Alles außer House und Techno. Von Krach bis frühen Trip-Hop.

Richard Bartz: Ich habe da mal 24 Stunden live gespielt. Nur Ambient, Drones und so ganz langsame Sachen. Zu Beginn hatte ich noch einen Mitstreiter, der sich im Laufe der Nacht aber so mit Drogen weggeschossen hatte, dass er nicht mehr in der Lage war, irgendwie Musik zu machen. Ich hab das dann alleine durchgezogen. Bin auch mal an die Bar und hab mich zurückgelehnt, während die Maschinen liefen.

Barbara Preisinger: Ultraschall 2 war für mich wie das erste auch ein Wohnzimmer. Allein schon, weil ich durch meinen Job bei Disko B natürlich sehr oft da und auch sehr dicht dran war. Aber Upstart musste um die alten Ultraschall-Gäste ganz schön kämpfen.

Monika Kruse: Ganz ehrlich, ich war auch etwas enttäuscht. Es war halt ganz was anderes. Dieses Futuristische fehlte mir. Klar, der neue Mainfloor hatte einen schönen Holzfußboden und auch der Chillout-Floor war schön mit dem grünen Flokati überall. Aber irgendwie fehlte der Irrsinn.

Captain Reality: Der Club war deutlich größer als der erste. Dadurch war es auch anonymer. Das Family-Gefühl konntest du da gar nicht aufrechterhalten. Zu dem Zeitpunkt war Ultraschall auch zu einer eigenen Marke geworden.

Richard Bartz: Ultraschall 2 war schon ein routinierter Club. Das war nicht mehr ganz so bunt und offen. Techno hatte sich ja auch schon etabliert. Aber ich hatte dann auch mein Studio im Club. Von daher war ich jeden Tag da, wenn ich nicht gerade selber auf Tour war. Das war schon geil. ich hatte einen Schlüssel zum Club. Ich konnte jederzeit die Anlage anmachen und auf dem Mainfloor Musik hören. Egal ob Dienstags morgens um 2 Uhr morgens oder um 18 Uhr abends.

Monika Kruse: Ich mochte das Gelände nicht, auf dem der Club war.

Tobi Neumann: Der Kunstpark Ost war so ein richtiges Party-Ghetto. Eigentlich perfekt für die in München mittlerweile so beliebte polizeiliche Totalüberwachung der Clubszene.

David Süß: Das war ein großes Industriegelände, wo es alle möglichen Clubs und Bars gab.

Telstar: An einem Samstag waren da schon so 20.000 Leute auf dem Gelände.

Monika Kruse: Es liefen jede Menge Proleten rum. Da bist du reingekommen, und bevor du überhaupt beim Club warst, bist du schon vier Mal von irgendwelchen Typen blöde angemacht worden — und hattest schlechte Laune. in München-Riem waren wir halt alleine in unserer Welt. Das war ein geschützter Raum. Im Kunstpark Ost musste man sich dann mit allem, was die Gesellschaft so hergibt, auseinandersetzen.

David Süß: Wir haben den Umzug als neue Chance gesehen. München-Riem war schon verhältnismäßig weit draußen. Und beim Ultraschall 2 dachten wir, dass man da noch mal mehr Leute ansprechen kann. Zum Beispiel hatten wir die Hoffnung, dass wir es mit einem Club näher an der Stadt mit den Freitagen leichter haben würden.

DJ Hell: Es gab dann eine Menge Kritik. Wir nannten den Kunstpark Ost ja Spaßfabrik Ost. Da gab es zum Beispiel auch eine Geisterbahn und daneben waren so Wurstbuden und eine so genannte Wiesnworld — das waren alles vollkommen unterschiedliche Interessenparteien. Viele aus dem ersten Ultraschall sind da dann nicht mehr hin.

„Springt doch mal über euren fucking Schatten.“ (Upstart)

Acid Maria: Viele der anderen Läden da fand ich schon zum Fremdschämen. Das war gar nicht meine Welt.

David Süß: In unserer Sparte gab es da noch das Kraftwerk, wo Sven Väth und Paul van Dyk und solche Leute gespielt haben, wenn sie in München waren, einen Goa-Trance-Laden, und dann alle möglichen Diskotheken. Es gab natürlich Leute, die gesagt haben, das ist der Kommerzpark. Aber das sind die, die irgendwann mit nichts mehr zufrieden sind. Für München war es ein Riesenschritt, so ein Gelände zu haben. Dadurch hat auch die Politik gemerkt, dass die Stadt so was braucht. Alles, was wir heute an Clubkultur haben in der Stadt, wäre undenkbar ohne den Kunstpark Ost.

Barbara Preisinger: Ultraschall 2 war natürlich auch mit sehr viel Liebe gemacht und hergerichtet. Der Club hatte aber nicht mehr ganz das Spezielle, weil durch den Kunstpark Ost das Publikum ein bisschen verwässert wurde.

Upstart: Der Club war trotzdem ein totaler Freiraum.

Tobi Neumann: Ich hatte nicht so einen Bezug zum ersten Ultraschall. Da war ich nur ein paar Mal gewesen. Für mich war Ultraschall 2 der Club, der mich zu Techno gebracht hat. Und mir fiel zu der Zeit auf, dass der Fortschritt meist dann aufhörte, wenn Leute sagen, dass früher alles besser war.

Upstart: Viele haben gesagt, wir kommen nicht, weil wir den Kunstpark Ost nicht mögen, Da war ich richtig sauer. Ich dachte mir nur, springt doch mal über euren fucking Schatten.

DJ Hell: So wie es in Frankfurt Leute gibt, die sagen, dass sie nach dem Omen in Frankfurt nie wieder in einen Club gegangen sind, gibt es auch in München Leute, für die das Ultraschall in München-Riem der wichtigste Club ihres Lebens war.

Acid Maria: Da gab es dann schon eine Menge Leute, die meinten, früher sei alles besser gewesen. Ich habe das gar nicht so empfunden. Ich hatte sofort wieder dieses Ultraschall-Gefühl.

Tobi Neumann: Für mich war diese Zeit Inspiration pur. Zu dem großen zweitägigen Ultraschall-Event „Kunst meets Techno“ (1997) durfte ich eine Installation beitragen. Mir war damals aufgefallen, dass die Leute an der Kasse immer die absurdesten Geschichten erzählten, um umsonst in den Club zu kommen. Deswegen habe ich an der Kasse ein Mikro, eine Kamera und eine Lampe aufgestellt und die Szenerie live nach draußen in den Eingangsbereich auf Monitor und Lautsprecher übertragen. Acht Stunden Kasse live. Das war total komisch, weil die Leute irgendwann begannen, das als Medium zu begreifen und sich Menschentrauben auf der Treppe bildeten, die sich das ganze Theater angeschaut haben von den Leuten die umsonst rein wollten.

David Süß: Die Tür war jetzt wichtiger, klar. Da liefen Stresser rum, die wir nicht im Club haben wollten. Gleichzeitig war auch klar, dass Leute, die sich eigentlich nur zu uns verirrt hatten und dann Jeff-Mills-Platten um die Ohren geballert bekommen haben, schnell wieder draußen waren — und nicht wieder kamen, weil es ja genug Alternativen gab auf dem Gelände.

Acid Maria: Im zweiten Ultraschall wurde man dann langsam älter als der Rest des Publikums. Das ist so eine Münchner Sache, dass die Leute nicht so lange ausgehen. Ich fand das auch schade, dass viele meiner Freunde verpasst haben, was da passiert ist, einfach weil sie nicht mehr ausgegangen sind. Aber Lebenswege ändern sich eben auch. Nicht jeder ist so verbissen in die Musik.

Barbara Preisinger: München tickt da anders als zum Beispiel Berlin. Mitte 20 denken die meisten schon, dass sie zu alt sind, um in einen Club zu gehen. Da steht dann studieren, Kinder kriegen und Haus bauen an. Seriös werden. Ich konnte das immer gar nicht verstehen. Ich dachte, ich bin doch noch gar nicht zu alt, ist doch noch alles Bombe.

DJ Hell: Da hat sich eine neues Publikum gefunden. Eine zweite Techno-Generation von München. Das war eine ganz andere Situation. Auch viel professioneller. Es war klar, dass es dieses Mal zwar auch eine Zwischennutzung ist, aber doch definitiv ein langfristigeres Projekt ist. Dementsprechend wurde auch investiert. Da gab es zum ersten Mal eine Perspektive.

Monika Kruse: Bei aller Kritik war das natürlich immer noch der maßgebliche Laden in München, in Süddeutschland überhaupt.

David Süß: Wir haben dann auch Kunstprojekte reingeholt und haben mit der Kunstakademie zusammengearbeitet. Wir wollten mehr sein als ein Feierclub, wir haben uns als lebendige Galerie verstanden. Zum Beispiel die „Slacker Night“, die fand einmal im Jahr statt. Das war eine reine Medienkunst-Veranstaltung. Darüber haben wir viele Kontakte geknüpft. Zu den Chicks on Speed zum Beispiel. Oder M&Ms, Münchner Medienkünstler, die heute in der ganzen Welt unterwegs sind. Da konnte man im Club rumschlendern, sich die Installationen anschauen, war aber in einem Club und nicht in einer klassischen Galerie.

Tobi Neumann: Nachdem ich ein halbes Jahr jedes Wochenende im Schall gewesen war und dabei beobachtet hatte, dass der Freitag egal, wen sie gebucht haben, meist eher schlecht lief, habe ich Upstart gefragt, ob ich einmal im Monat House auflegen dürfte. So wie ich mir das vorstellte.

Upstart: Tobi Neumann hatte diese frische Energie, der hatte sein Erweckungserlebnis mit der Musik ja gerade erst gehabt. Ich fand, der soll sich mal austoben.

Tobi Neumann: Der typische Ultraschall-Sound bestand aus hartem Techno und traditionellem Electro à la Aux 88. Was aber nicht lief war der Sound von Heiko MSO, Ata, Steve Bug, Ricardo, teilweise auch Tobias Thomas und Michael Mayer. Diese ganze Musik, die zwischen House und Techno lag und minimaler war. Upstart und Dorle meinten dann zu mir: „Weißt du was, wir hören auf mit unseren Freitagen, warum machst du nicht einfach deine eigene Party?!“

DJ Hell: Tobi Neumann hat dann im Grünen Raum freitags den Flokati-Club etabliert.

Tobi Neumann: Ich hatte gerade erst angefangen, Platten zu kaufen und kannte mich noch gar nicht richtig aus. Ich war der Rookie vor dem Herren. Auf der Abschlussparty vom ersten Schall hatte ich einen Typen kennen gelernt, den alle nur den Kanzler nannten, mit dem habe ich mich danach oft bei mir getroffen. Er hat mich eingeführt in der Welt der House Musik. Er kam unter der Woche mit Platten von Prescription, Balance, Relief, Touché, Playhouse etc. und ich habe die dann zu Hause direkt live zusammengemischt. Das war ein Sound, der damals in München nicht vertreten war. Da gab es entweder das strikt harte Programm vom Ultraschall oder kommerziellen House, wie ihn zum Beispiel Tom Novy spielte.

Barbara Preisinger: Tobi und der Kanzler waren ein Team. Der Freitag war dann schnell ein Riesenerfolg.

Tobi Neumann: Kanzler hatte damals nicht die beste Reputation im Ultraschall. Als Upstart mir dann das Angebot unterbreitete, einen eigenen Abend zu gestalten, war für mich augenblicklich klar, dass ich das nur mit dem Kanzler machen werde. Da gab es erst eine große Front gegen ihn von Seiten des Clubs, aber letztlich haben sie dann doch eingelenkt. Kanzler war halt der, der mir die Musik gezeigt hat. Ohne ihn hätte ich gar nicht so schnell von der Seite quer einsteigen können.

Telstar: Durch den Erfolg des Flokati Clubs wurde der Grüne Raum auch am Samstag immer häufiger zu einem House-Floor. Ambient und experimentellere Sachen verschwanden langsam aber sicher.

Tobi Neumann: Im November 1997 hatte ich das Gespräch mit Upstart und im Februar 1998 war dann unsere erste Party, FLOKATI — mit Chez Damier. Nach ca. einem halben Jahr, so im August 1998, ging es mit dem Flokati total durch die Decke. Wir wussten gar nicht mehr, wie uns geschah. Wir hatten im Durchlauf teilweise bis zu 700 Leuten an einem Abend und die Party etablierte sich in München. Das Flokati wurde zu einer starken Konstante.

Upstart: So um 2000 ist uns allen dann ein bisschen der Spaß verloren gegangen. Die Musik hat sich auch geändert. Irgendwann hatten wir das Gefühl, dass die Leute, die kamen, so experimentelle Sachen nicht mehr angenommen haben. Ich erinnere mich an einen Abend mit Rancho Relaxo und die Gäste sich beschwert haben, dass es zu soft ist.

Telstar: Der Club war zu groß dafür. Die Gravitation war eine andere. Inhaltlich hat das nicht mehr so gut zusammengepasst.

Upstart: Wir Betreiber hatten uns ein bisschen auseinander gelebt. Der Laden lief und wir haben so auf Nummer sicher gemacht. Der Enthusiasmus war raus. Alle wollten eigentlich unterschiedliche Dinge.

„Man hat dann auch gesehen, wie sehr das erste Ultraschall von seinen Gästen gelebt hat. Die waren halt unglaublich toll.“ (Telstar)

Ultraschall2_2

The New Sound of Munich

Telstar: Es ging nicht mehr um die Behauptung, die im ersten Club noch so klar war. Im neuen Ultraschall gab es zwar auch viele Highlights, aber das ist mehr diffundiert. Auch weil die Leute eine größere Konsumhaltung hatten. Man hat dann auch gesehen, wie sehr das erste Ultraschall von seinen Gästen gelebt hat. Die waren halt unglaublich toll.

DJ Hell: Ich habe mich dann langsam immer mehr rausgezogen. Ich war zwar noch Resident, aber ich wollte was Eigenes starten. Mit neuen Ideen und neuen Konzepten. Das war dann Gigolo. Es gab einige legendäre Gigolo-Partys im Ultraschall 2. Silvester 1998/99 hatten wir zum Beispiel alle Gigolo-Artists weltweit eingeladen: Dopplereffekt, Johnny Dangerous, Miss Kittin & The Hacker, David Caretta und viele mehr.

Tobi Neumann: Im Januar 2001 bin ich nach drei legendären Jahren nach Berlin gezogen und hab das Flokati noch ein Jahr von Berlin aus weiter gemacht und bin jeden Freitag nach München geflogen. Dann ging das nicht mehr, weil ich selber als DJ immer mehr Bookings hatte. Ab Anfang 2002 übernahm der Kanzler den Abend komplett bis zu seinem Ende so um 2007 herum. Irgendwann war es nichts mehr Besonderes, weil mittlerweile um die 10-15 Clubs in München angefangen hatten, ein ähnliches Programm zu fahren. Wir hatten das Glück, damals mit dieser Art von Party und dem Musikprogramm die ersten gewesen zu sein.

David Süß: Der Wolfgang war sich mit dem Besitzer, dem Pfanni-Erben, zum Schluss nicht einig, was mit dem Gelände passieren soll. Und der Besitzer hat uns letztendlich dann rausgeworfen. Wir haben mit einem Anwalt versucht dagegen vorzugehen, aber da wir keinen Vertrag mit ihm hatten, gab es keine Chance. Das hat uns dann noch mal die Augen geöffnet. So was hätte der Wolfgang nie gemacht. Mit dem hast du Abmachungen per Handschlag besiegelt und dann wurden die auch nicht gebrochen. Da kommt dann so ein Millionenerbe, der zockt dich ab. Im Januar 2003 war dann Ende. Und im April war klar, dass wir dort nicht wieder aufmachen würden. Es stellte sich dann die Frage, wollen wir denn überhaupt ein Ultraschall 3? Und dann haben wir entschieden, dass wir nicht zusammen weitermachen. Wir hatten uns ein bisschen auseinander entwickelt. Was nach zehn Jahren auch nicht so verwunderlich war.

Upstart: Ich hatte keine Lust mehr, wir waren dabei, eine andere Familie zu gründen, meine Lebenspartnerin Dorle war schwanger, und wir wollten nach so vielen intensiven Jahren wirklich mal Abstand vom Clubleben haben.

David Süß: Ich wollte unbedingt weiter einen Club machen. Das Gelände neben dem Kunstpark Ost, das der Wolfgang dann aufgetan hat, war viel kleiner. Im August haben wir dann das Harry Klein eröffnet. Das Ultraschall hatte 1.000 qm, das Harry Klein 115 qm. Das waren dann ganz andere Dimensionen. Daher auch der Name Harry Klein. Das wäre auch sicher nichts gewesen, worauf Dorle und Upstart Lust gehabt hätten.

DJ Hell: Das Ultraschall war die Keimzelle für ganz viele Projekte und Karrieren. Das war in München der Startschuss für alles — für den „new sound of Munich“.

Monika Kruse: Das Tolle an der Münchner Szene war und ist, dass man sich nicht so bekriegt hat. Es wurde eher zusammengearbeitet. Das hat dem Ganzen so eine Nachhaltigkeit gegeben. Deswegen sind auch viele, die damals mit uns angefangen haben, heute Clubbetreiber oder im Fall von Dorle, David oder Upstart immer noch Clubbetreiber.

David Süß: Wenn wir damals mehr auf die Kohle geschaut hätten, dann hätten wir viel mehr rausholen können. Das ist nachträglich betrachtet vielleicht ein bisschen schade, mir aber auch immer noch sympathisch. Wir haben irgendwann davon gelebt. Mehr nicht. Der Porsche war nie das Ziel. Der Club war keine Cash-Cow, die wir einfach nur gemolken haben. Vielleicht gibt es uns deswegen alle heute noch. Weil der Verdruss nie eingesetzt hat.

Neben dem Ultraschall siedelten sich1996 unzählige andere Clubs, Bars, Ateliers und Eventlocations im Kunstpark Ost an. Mit über 90.000 qm handelte es sich seinerzeit um eines der größten „Vergnügungsgebiete“ in Deutschland. Am 31. Januar 2003 wurden der KPO sowie das Ultraschall endgültig geschlossen.

Die Interviewten

David Süß

(geb. 1966) war einer der Gründer des Ultraschall. Heute betreibt er den Münchner Club Harry Klein.

Barbara Preisinger

begann 1996 mit dem Auflegen und spielte selbst oft im Ultraschall. Nach ihrem Umzug nach Berlin arbeitete sie außerdem als Promoterin und mitbegründete 1999 das Label ˜scape. Seit 2009 betreibt sie das Label Slices Of Life.

DJ Hell

Helmut Geier (geb. 1962) ist DJ, Produzent und Betreiber des Labels International Deejay Gigolos.

Monika Kruse

(geb. 1971) ist DJ, Produzentin und betreibt das Label Terminal M.

Captain Reality

DJ und Resident im Ultraschall

Richard Bartz

(geb. 1976) ist Musiker und Fotograf. 1996 startete er sein Label Kurbel.

Telstar

DJ und Resident im Ultraschall

Acid Maria

(Angelika Lepper) ist DJ und Produzentin und veröffentlichte u.a. gemeinsam mit Steve Bug und Abe Duque.

Upstart

Peter Wacha (geb. 1962) startete 1982 den Plattenladen Optimal in München und wenige Jahre später erst das Label Sup Up Records, später dann das Techno-Label Disko B. Nach der Party-Reihe Ultraworld eröffnete er mit anderen gemeinsam am 17. Juni 1994 das Ultraschall auf dem Gelände des stillgelegten Flughafen Riem. Heute betreibt er nach wie vor das Optimal, sowie den Club Rote Sonne.

Tobi Neumann

(geb. 1965) war schon vor seinen ersten Berührungspunkten mit Techno und House als Musiker und Produzent tätig. Im Ultraschall etablierte er die Veranstaltungsreihe Flokati. Neumann lebt heute in Berlin und ist nach wie vor als DJ und Remixer aktiv.

Dieser Text ist die deutschsprachige und erweiterte Originalfassung des Artikels “Nightclubbing: An Oral History of Munich’s Ultraschall“, das in Englisch auf der Webseite der Red Bull Music Academy veröffentlicht wurde.

Alles original, aber unverpacktEinkaufen ohne Plastikmüll

Infografik: Ist Liebe quantisierbar?Herzschlag trifft Heiratsantrag