Leseliste 20. November 2016Noam Chomsky, Apples Touch Bar, Abhörzentrum New York und klares Bier

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Foto: Nata Luna poetry via photopin (license)

Man kann nicht alle interessanten Texte finden, die die ganze Woche über publiziert werden, geschweige denn lesen. Immer sonntags stellt die Redaktion an dieser Stelle vier bemerkenswerte Artikel vor, die über unsere Displays geflimmert sind und dabei zum Glück abgespeichert wurden.

Noam Chomsky über Trump

Der emiritierte Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Noam Chomsky gilt als einer der weltweit wichtigsten linken Intellektuellen. Er engagierte sich vor fünf Jahren bei der Occupy-Bewegung und hat damals schon vor dem politischen Klima in den USA gewarnt, das eine Basis für neue autoritäre Bedürfnisse unter den Wählern schaffen würde. Nach der Wahl des US-Präsidenten traf Chomsky den Politikwissenschaftler C.J. Polychroniou, um mit ihm über die Auswirkungen der Wahl zu sprechen und was das für die Weltpolitik bedeuten könnte.

„Deservedly or not, Clinton represented the policies that were feared and hated, while Trump was seen as the symbol of "change" -- change of what kind requires a careful look at his actual proposals, something largely missing in what reached the public. The campaign itself was remarkable in its avoidance of issues, and media commentary generally complied, keeping to the concept that true "objectivity" means reporting accurately what is "within the beltway," but not venturing beyond.“

Trump in the White House: An interview with Noam Chomsky

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Das neue MacBook Pro mit der markanten „Touch Bar“

Apples Touch Bar in der großen Review

Der Aufschrei zur Vorstellung der neuen Macbooks von Apple war groß. Professionelle Anwender würden vernachlässigt, auch unserer Redakteur Ji-Hun Kim sparte nicht an großen Worten und rief bereits „das Ende einer Ära“ aus. Verständlich. Jacob Kastrenakes hat das neue Macbook Pro bzw. die markante Touch Bar, die ab sofort die F-Tasten-Leiste ersetzen soll, für The Verge bereits einem Test unterzogen und wohl den ausführlichsten Testbericht geschrieben, der jemals einem einzelnen Feature eines Macbooks zu Teil wurde. Es geht um Vor- und Nachteile, vor allem aber auch darum, was es bedeutet Änderungen in Bereichen einer Anwendung durchzuführen, die längst in Fleisch und Blut übergegangen sind.

„Learning on the Touch Bar means you can’t work as efficiently on any other computer, since it won’t have the same controls and interface that you’re used to. It’s a weird form of ecosystem lock-in.“

Macbook Pro with Touch Bar Review: A Touch of the Future

„Project X“, Kurzfilm von Henrik Moltke und Laura Poitras

33 Thomas Street

29 Stockwerke, drei Kellergeschosse, ein paar Satellitenschüsseln auf dem Dach, kein einziges Fenster: Das „Long Lines Building“ in Lower Manhattan ist das mit Abstand ungewöhnlichste Gebäude in diesem New Yorker Stadtviertel. Offiziell ist es ein Knotenpunkt, in dem nationale und internationale Telefonate von AT&T vermittelt werden. Doch der Telco hat einen mächtigen Untermieter: die NSA. Von hier, von „Titanpointe“ werden sowohl Telefonate als auch der Datenverkehr überwacht. Das Gebäude ist einer der wichtigsten Stützpunkte der Regierungsbehörde. UNO, Weltbank und Internationaler Währungsfond werden von hier genauso angezapft, wie die Kommunikation mit über 30 Ländern weltweit, darunter auch Deutschland. The Intercept, basierend auf Dokumenten von Edward Snowden, dröselt die Geschichte des 1974 fertiggestellten Wolkenkratzers auf, in dem bis zu 1.500 Menschen im Fall einer Katastrophe zwei Wochen autark leben und arbeiten können. Ein Gebäude mit reichlich, wenn auch mehr als zweifelhafter Geschichte. Egal welche Geheimaktion, welcher Abhörskandal: Die Chancen stehen gut, das hier, mitten in Manhattan, mitgehört wurde.

„When traveling to TITANPOINTE, NSA employees are told to hire a “cover vehicle” through the FBI, especially if they are transporting equipment to the site.“

Titanpointe

kronkorken

photo credit: Skley Prost! via photopin (license)

Klare Sache?

Bier aus Deutschland war langweilig und mittelmäßig, wie gut, dass es jetzt Craft-Biere gibt, die zeigen, dass Bier auch besser geht. End of story? Nicht für Fritz Briem, einen der renommiertesten deutschen Brauwissenschaftler. In diesem informativen und lesenswerten Interview schildert er seine Sicht der Dinge: Hierzulande gibt es die beste Ausbildung und bei denkbar niedrigem Preis hohe Qualität. Ein Großteil der so auf Besonderheit pochenden Craft-Biere schmeckt gleich, weil IPA, und die allermeisten, die es brauen, eigentlich gar keine Ahnung von ihrem Metier haben. Das so gehypte „Hopfenstopfen“, bei dem am Ende noch mal Hopfen in den Tank geworfen wird, ist aus seiner Sicht die perfekte Tarnung für Fehler im Brauprozess. Ein Loblied auf deutsches Ingenieurkunst-Industriebier stimmt Briem dennoch nicht an. Denn was dafür sorgt, dass es allenorts so glänzend klar in den Gläsern funkelt, ist Plastik: PVPP. Was hat das mit Reinheit zu tun?

„PVPP wird durch einen Filter, oft Kieselgur, was für sich genommen schon so eine Sache ist, mechanisch in einem Sieb zurückgehalten und entfernt. Letzteres ist das Argument dafür, dass es bei der Biererzeugung zugelassen ist. Jetzt zeigen Sie mir aber mal einen Filter, der ein mechanisch vermahlenes Pulver zu hundert Prozent zurückhält.“

Klares Bier verdirbt das Reinheitsgebot

Wochenend-WalkmanDiesmal mit Romare, Mirko und Mono

Nachtdigital 20: Die Jagd auf die Tickets beginntNicht vergessen: Stichtag ist der 1. Dezember