Leseliste: 02. Oktober 2016 – andere Medien, andere ThemenMusikmachen, Musk & Mars, täglich Phantasialand und der Snowden-Spielfilm

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photo credit: BryonLippincott Surrounded by Beauty via photopin (license)

Man kann nicht alle interessanten Texte finden, die die ganze Woche über publiziert werden, geschweige denn lesen. Immer sonntags stellt die Redaktion an dieser Stelle vier bemerkenswerte Artikel vor, die über unsere Displays geflimmert sind und dabei zum Glück abgespeichert wurden.

Phantasialand LL 02102016

Foto: Sergey Galyonkin Phantasia Land via photopin (license)

Jeden Tag Phantasialand

Die rheinische Stadt Brühl ist für zwei Sachen bekannt. Zum einen ist es die Stadt, aus der Tennislegende Steffi Graf kommt und zum anderen ist Brühl der Ort, wo auch der bekannte Themenpark Phantasialand residiert. Seit den 1960er Jahren ist er Lifetime-Höhepunkt eines jeden Kindes in Westdeutschland. Disneyland, Universal Studios, das ferne Amerika mit all seinen spektakulären Achterbahnen und Shows war hier immer zum Anfassen nah, wenn auch stets ein bisschen provinziell-westdeutsch. Immerhin war Michael Jackson Stammgast. Walter Meier wohnt ganz in der Nähe des Parks und ist 87 Jahre alt. Sein Rentnerdasein verbringt er seit Jahren damit, jeden Tag, aber auch wirklich jeden Tag ins Phantasialand zu fahren. Es dürfte wenig Leute geben, die den Park so gut kennen wie er. Die FAZ hat Herrn Meier begleitet und ein einfühlsames Porträt über selbst geschaffene Routinen im Alter und eine ganz besondere Leidenschaft geschrieben.

„Für das Phantasialand gibt es zwei Jahreszeiten, den Sommer und den Winter, und für Herrn Meier auch. Der Winter in Brühl ist selten ein Winter mit Schnee, sondern einer, in dem der Wind den Regen ins Gesicht peitscht. Herr Meier findet jedoch keinen Gefallen am Winter, weil das Phantasialand in dieser Zeit erst um elf Uhr öffnet; folglich hat Herr Meier zwei Stunden am Morgen, mit denen er nichts anzufangen weiß.“

Wo jeder seinen Namen kennt

Wie der Snowden-Spielfilm entstand

Eigentlich müsste man einen Spielfilm darüber drehen, wie der Spielfilm über Edward Snowden, der jetzt in unseren Kinos läuft, entstanden ist: Der russische Anwalt des ehemaligen NSA-Mitarbeiters kloppt ein Buch über seinen Mandanten zusammen, Oliver Stone sichert sich für eine Million Dollar die Verfilmungsrechte daran – weniger, weil es so glänzend geschrieben ist, sondern ihm vielmehr Zugang zu Snowden geöffnet hat. Stone dreht wie ein Irrer den Film runter, verpasst sogar die Beerdigung seiner Mutter und versuchte gar, nach ein paar Drinks und ziemlich touchy unterwegs, Laura Poitras dazu zu bewegen, ihren Dokumentarfilm über Snowden erst nach seinem Spielfilm rauszubringen. Hat wohl nicht so ganz geklappt, aber jetzt ist sein Film ja da. Ende gut, alles gut?

„To cut costs, the suburbs of Munich had to stand in for rural Maryland and Virginia, with German extras cast as Americans. 'Thank God the Germans act like Americans,' Stone said.“

Edward Snowden's long, strange journey to Hollywood

SpaceX Elon Musk Rocket Leseliste

SpaceX: Elon Musks Big Fucking Rocket

A Big Fucking Rocket

Nach Tesla kommt SpaceX. Elon Musk will eine Million Menschen auf den Mars bringen, damit unsere Spezies trotz selbstgemachter Apokalypse auf Erden in neuer Heimat überlebt. Und weil es geht – glaubt zumindest der bekannte Investor. Tim Urban hat mit Musk gesprochen, sich die ganze Sache mal erklären lassen und daraus einen ziemlich großen Blogartikel bzw. gleich mehrere gestrickt. Über die Architektur der Rakete, die Voraussetzungen hier und dort, den Ablauf, den großen Plan. Mit Science-Fiction hat das ganze nichts mehr zu tun, das darf man Elon Musk wohl glauben. Übrigens: Die Raumfahrtfirma SpaceX ist noch ein Jahr älter als Tesla.

„So that’s all you have to do—build a rocket that’s a million times more capable than today’s best rockets but who’s also efficient and smart and great in bed. SpaceX is building it. Meet the Big Fucking Rocket.“

SpaceX’s Big Fucking Rocket – The Full Story

Fact Make Music Leseliste

FACT Musikunterricht

Das allseits bekannte britische FACT Mag hat eine neue Rubrik: Make Music. Statt nur auf Artists und Outputs zu blicken, schaut das FACT Mag in Zukunft verstärkt hinter die Kulissen der Musikproduktion. Der eigene Anspruch besteht darin, den Zielgruppenspagat zu schaffen: Der professionelle Produzent soll sich ebenso angesprochen fühlen, wie der Laie mit der Drummachine im Browser. Bisher finden sich in der Kategorie die bereits bewährten „Against-The-Clock“-Videos, Listen und Beschreibungen rund um Instrumente „that shaped modern music“ und Blicke über die Schultern von Leuten wie Erased-Tapes-Künstler Rival Consoles oder Legowelt. Man darf gespannt sein was noch kommt. Eine zweite RedBull Music Academy braucht niemand. Eine How-To-Sparte im FACT-Stil könnte trotzdem interessant werden.

„Make Music is our chance to cover not only breaking tech and historical classics, but to shine a spotlight on the techniques behind music production. We’re not snobby about it either. If you want to make a beat on your phone using free apps, it’s our job to make sure you know which are best.“

Welcome to Make Music

Wochenend-WalkmanDiesmal mit The Caretaker, Danny Brown und Chip

Subjektivitätsmaschine Kapitalismus: Mein Businessplan bin ichUnderstanding Digital Capitalism II | Teil 10